Fragen und Antworten


Wann ist Psychotherapie für mich sinnvoll?

Psychotherapie kann dann sinnvoll und hilfreich sein, wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie sich in Ihrem Leben beeinträchtigt fühlen und nicht ausreichend Zugriff zu Ihren Ressourcen haben - oder wenn Sie den Eindruck haben, dass das Leben Sie im Griff hat, aber nicht umgekehrt Sie das Zepter in der Hand haben um ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben führen zu können.

Besonders wichtig ist Psychotherapie in den Fällen, in denen Sie unter einer schweren psychischen Krankheit leiden, wie etwa einer bipolaren Störung, einer Angststörung, Zwangshandlungen, Zwangsgedanken, einer depressiven Symptomatik, die Sie öfter an den Tod als ans Leben denken lässt oder einer Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis.

Aber auch bei Traumatisierungen aufgrund von psychischen, physischen und sexuellen Gewalterfahrungen kann eine Psychotherapie notwendig sein, um wieder gut das eigene Leben so führen zu können, wie Sie es sich im Innersten wünschen.

Leiden ist leichter als verändern!

Leiden ist meist das vertraute Gefühl und wir Menschen neigen dazu, gerne Vertrautes bestehen zu lassen. Für viele von uns ist es ein großer Schritt, eine Psychotherapeutin aufzusuchen, um sich doch auf den Weg in Richtung Veränderung zu begeben. Daher ist es wichtig, behutsam vorzugehen und dem bisher erlittenen Leid respektvoll zu begegnen, da es einen Lösungsversuch der Psyche darstellte.

Dennoch zahlt es sich aus, den Schritt in Richtung Veränderung zu wagen, da es möglich ist, ein Leben zu führen, in dem Leid nur einen kleinen Platz hat und Freude und Zuversicht mehr Raum einnehmen, damit das Leben auch Spaß machen kann.

"Ein Mensch sagt, und ist stolz darauf, er gehe ganz in seiner Arbeit auf. Bald aber, nicht mehr ganz so munter, geht er in seiner Arbeit unter." Eugen Roth

"Wir lernen vom Scheitern, nicht vom Erfolg." Bram Stoker

Was besprechen wir beim Erstgespräch?

Neben dem gegenseitigen Kennenlernen erzählen Sie im Erstgespräch was Sie zu mir geführt hat und ich bemühe mich in der Art meiner Fragestellung bereits um erste hilfreiche therapeutische Interventionen, die Ihnen nach Möglichkeit schon zeigen sollen, wie meine Methode bei Ihnen wirken kann.

Wenn Sie Fragen nach meiner Methode haben, beantworte ich diese so ausführlich wie möglich. Ich frage Sie außerdem nach den Zielen, die Sie für die Therapie, die Supervision oder das Coaching haben.

Außerdem informiere ich Sie über die Absageregelung, die Höhe des Honorars und für den Fall, dass Sie eine Abrechnung mit der Krankenkasse möchten, treffe ich eine erste Einschätzung über Ihre Diagnose und spreche mit Ihnen darüber.

Gegen Ende der ersten Sitzung frage ich Sie dann, wie es Ihnen mit mir gegangen ist und ob Sie einen weiteren Termin mit mir vereinbaren möchten, bzw. in welchem Abstand Sie gegebenenfalls noch einmal kommen wollen.

Was ist systemische Familientherapie?

Neben der Psychoanalyse und der Verhaltenstherapie ist der systemische Ansatz der am weitesten verbreitete und praktizierte Therapie- und Beratungsansatz. Systemische Therapie versteht sich als eigenständiges psychotherapeutisches Verfahren und ist der Oberbegriff für eine Vielzahl von Ansätzen und Modellen, die sich aus der Paar- und Familientherapie heraus entwickelt haben. Systemische Therapeut*innen arbeiten mit Einzelpersonen, Paaren, Familien und Helfer*innensystemen; neben der klinischen Anwendung findet systemisches Denken auch Niederschlag in anderen professionellen Bereichen wie (Organisations-) Beratung, Supervision, Fort- und Weiterbildung.

Leitideen:

Das Ziel systemischer Familientherapie ist es, mit den Klient*innen gemeinsam Lösungen für ihre Probleme zu finden und zu gestalten und sie dabei zu begleiten.

Folgende Aspekte prägen den therapeutischen Prozess:

Kontextuelles Verständnis von individuellen und zwischenmenschlichen Symptomen, Störungen und Problemen. Die Einsicht, dass Probleme grundsätzlich in kommunikativen Prozessen „hergestellt“ und aufrechterhalten werden. Therapie und Beratung können keine gezielten Verhaltensänderungen von außen herbeiführen, sondern stellen nur ein Anregungspotential für die Selbstveränderung dynamischer, selbstorganisierter sozialer Systeme dar. Es wird vordringlich nach Ressourcen gefragt und in diesen nach Ansatzpunkten für Lösungen gesucht. Allen Beteiligten in einem solchen Kooperationsnetzwerk wird mit einer wertschätzenden Haltung begegnet.

Psychotherapeutische Haltung:

Systemische Praxis sucht nach Bedingungen, mit deren Hilfe die Klient*innen ihre Ressourcen aktivieren können, um in Selbstorganisation zu ihren Zielen gelangen zu können. Systemisch ausgerichtete Therapeut*innen und Supervisor*innen gehen von der Autonomie der Rat- und Hilfesuchenden aus und betrachten diese als "Expert*innen ihrer selbst". Zentrales Arbeitsmittel ist der öffnende Dialog. Dem*r Klient*in gegenüber bemüht man sich um eine Haltung des Respekts, der Unvoreingenommenheit, des Interesses und der Wertschätzung bisheriger Lebensstrategien.

Methoden:

Die Methoden der systemischen Psychotherapie sind vielfältig. Dazu zählen vielfältige Fragetechniken, der selbstreflexive Dialog, der Einsatz von „Reflecting Teams“, die Arbeit mit visualisierenden Techniken wie Familienskulpturen und Aufstellungen, die Anregung von "Hausaufgaben", Abschlussinterventionen, Rituale und Metaphern.

Quelle: www.oeas.at